Psychodynamisch-zielorientierte Therapie

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle die allgemeinen Behandlungsleitlinien der Klinik vorstellen, die wir in über 15 Jahren praktischer Arbeit entwickelt haben.

Daraus ist ein integriertes Gesamtkonzept entstanden, in dem verschiedene Therapieansätze zum Tragen kommen - je nach Bedürfnis und Problemlage der PatientInnen.

Ausgehend von einer grundsätzlich tiefenpsychologischen Orientierung haben wir immer mehr die Stärken anderer Verfahren (an-)erkannt und sie in den Rahmen unserer Behandlungskonzepte integriert und den PatientInnen verfügbar gemacht.

 

Die folgenden sechs Behandlungsprinzipien bilden den Psychodynamisch-zielorientierten Ansatz:

Klärungsperspektive: Ursachen erkennen - Zusammenhänge verstehen

Eine Stärke des tiefenpsychologischen Ansatzes liegt in einem Hinführen und Begleiten zu einem tiefergehenden Verständnis der eigenen Motive und Bedeutungen. In einer intensiven therapeutischen Beziehung kann die PatientIn mit Hilfe des Therapeuten ihr Erleben und Verhalten verstehen lernen, ihre bewussten und unbewussten Ziele und Wertvorstellungen erkennen und hinterfragen. In der Praxis geht es häufig darum, die eigenen Einstellungen zu prüfen und neue Orientierungen zu finden.

Eine gelungene Klärungsarbeit führt zu größerer Selbstakzeptanz, zu mehr Selbstvertrauen, zu klareren Zielen und Bewältigungshandlungen.

Klärungsarbeit kann im Rahmen von Einzelgesprächen, aber auch in einer tiefenpsychologisch orientierten Gruppentherapie, Konzentrativen Bewegungstherapie oder Gestaltungstherapie stattfinden.

 

Aktive Unterstützung zur Bewältigung

Häufig leiden Menschen so sehr unter bestimmten Symptomen, dass sie sich direkte Hilfestellungen zur Bewältigung wünschen. Hier können verhaltenstherapeutische Methoden bei bestimmten Problemen schnelle Veränderungen bewirken, bei denen die Reduktion der Symptome im Vordergrund steht.

Durch diese Entlastung sind die Gedanken und Gefühle nicht mehr ausschließlich auf die Symptome zentriert und die Menschen werden wieder frei für Klärungsprozesse und die Suche nach einer Neuorientierung.

In einer verhaltenstherapeutischen Einzeltherapie steht die Veränderung der Symptome im Vordergrund als Gruppenangebote empfehlen wir z.B. Angstbewältigungstraining, Selbstsicherheitstraining oder Schmerzbewältigungstraining. Ein Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung kann oft sehr hilfreich sein.

 

Informationsvermittlung

Wir halten die Vermittlung von Information über die Entstehung, die Aufrechterhaltung und die möglichen Bedeutungen von Krankheiten für sehr wichtig. Unsere PatientInnen haben die Möglichkeit den wissenschaftlichen Stand der Forschung und die effektiven Behandlungsmethoden kennenzulernen.

 

Die Klinik bietet sowohl allgemeine Vorträge über psychosomatische Zusammenhänge als auch spezielle Informationsgruppen für bestimmte Krankheitsbilder, wie z.B. zu Depressionen, Angst, Tinnitus, Schmerzzuständen, chronischen Erkrankungen, Erziehungsproblemen u.a.. Die "aufgeklärte PatientIn" kann so besser ihren Standort bestimmen und erhält ein tiefergehendes Krankheitsverständnis.

 

Erkanntes emotional durchleben

Viele Menschen haben erfahren, dass das bloße Sprechen „über“ die Probleme oft keine Veränderung bewirkt. Ein elementarer Faktor für eine nachfolgende Änderung des Erlebens und Verhaltens ist das aktuelle emotionale Erleben der Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen, getragen von einer geschützten therapeutischen Beziehung.

 

Erlebnisaktivierungen in Einzeltherapie oder Gruppe können die zentralen Schwierigkeiten und Probleme in das Zentrum der Aufmerksamkeit bringen. Die Menschen spüren, welche Bedeutungen und durch Gefühle ausgedrückte Bewertungen damit zusammenhängen. So ergibt sich sowohl ein umfassenderes Verständnis der eigenen Situation als auch die Suche und das Finden neuer Lösungen.

 

Beispielhaft seien hier vor allem die Verfahren des Psychodramas, der Konzentrativen Bewegungstherapie (Körpertherapie) und der Gestaltungstherapie angeführt.

 

Die Stärken des Menschen aktivieren und nutzen

Jeder Mensch hat seine Stärken und besondere Fähigkeiten - und die gilt es in jedem therapeutischen Prozess zu finden, sie in ihrem Wert zu schätzen und im Verlauf einer Therapie für die Lösungen des Patienten verfügbar zu machen. Manchmal sind diese positiven Fähigkeiten verschüttet, aber sie sind wichtig und sollten miteinbezogen werden. Daran anknüpfend können auch neue Fähigkeiten hinzugewonnen werden.

 

In der Psychotherapie richtet sich der Fokus nicht auf die Defizite und Schwächen, sondern orientiert sich an den positiven Ressourcen der PatientInnen. Die Fragen sind: Wo steht die PatientIn, wo möchte sie hin, wie kann sie am besten ihre vorhanden Fähigkeiten nutzen, was braucht sie evtl. zusätzlich zur Erreichung ihrer Ziele.

 

Vielfalt und klare Linien im Team

Der erste Schritt nach der Aufnahme in unsere Klinik ist die sofortige Zuordnung der neuen PatientInnen zu einem Arzt und einem Psychotherapeuten auf ihrer Station. Sowohl für die medizinische als auch für die psychotherapeutische Versorgung steht somit jeweils ein fester Ansprechpartner zur Verfügung. Dieser feste Bezugsrahmen hat sich als sehr hilfreich für viele Menschen erwiesen, da er schnell Sicherheit und Halt vermittelt.

 

In vertraulichen Kontakten mit dem Arzt und dem Psychotherapeuten wird die notwendige Diagnostik durchgeführt und anschließend die Zuordnung der PatientInnen in passende medizinische und psychotherapeutische Angebote besprochen.

 

Sowohl Arzt und Psychotherapeut als auch die Schwestern der Station und weitere Therapeuten der Gruppen treffen sich täglich zu Teambesprechungen, um die verschiedenen Aspekte der Behandlung einer PatientIn zu koordinieren und zu integrieren.

 

 

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